Betriebliche Suchtprävention und Gewaltprävention für Auszubildende

Warum?

Jugendliche wollen und sollen für sich selber einen Weg finden und auch Neues ausprobieren. Die Aufgabe von Berufsschulen und Betrieben kann hier sein, über Suchtgefahren zu informieren und Suchtprävention zu einem festen Bestandteil der Ausbildung zu machen. Denn betriebliche Suchtprävention ist eine Investition in die Gesundheit von Auszubildenden und suchtgefährdeten Beschäftigten.

Die Gefahren/Folgen für Betriebe:

  • Gesundheitsschäden der Auszubildenden und Beschäftigten
  • Ausbildungsabbruch
  • Betriebsunfälle
  • Fehlerhafte Fertigung
  • Kundenreklamationen
  • Hoher Krankenstand
  • Produktivitätsverluste
  • Präsentismus (unproduktive Anwesenheit) uvm.

Bedrückende Zahlen zur Sucht bei Jugendlichen

Viele Jugendliche haben Kontakt mit legalen und illegalen Drogen. Zahlreiche Studien und Umfragen belegen dies. Bei Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren haben 5 – 10 % Erfahrungen mit Ecstasy gemacht. Jeder vierte bis fünfte dieser Altersgruppe hat Erfahrung mit Cannabis, jeder dreizehnte mit Speed, jeder fünfundzwanzigste mit Kokain oder LSD und jeder fünfzigste mit Heroin.

Der Umgang mit Alkohol, Marihuana und Ecstasy ist für einen Großteil der Jugendlichen heute relativ selbstverständlich. Nach einer Magdeburger Studie zeigt ein Viertel der weiblichen und fast die Hälfte der männlichen Jugendlichen bereits im zweiten Ausbildungsjahr ein gesundheitsgefährdendes Trinkverhalten.

Das Robert Koch Institut belegte in einer Umfrage unter Berliner Schülern der siebten bis zehnten Klasse, dass knapp sechs Prozent täglich Alkohol trinken. Besonders betroffen sind männliche Hauptschüler. Nach einem Bericht der EU-Kommission sind fast 50 % der europaweit 125 Milliarden Euro sozialer Kosten durch Alkohol auf weiche Faktoren wie Produktivitätsverluste in Zusammenhang mit Alkoholkonsum zurückzuführen.

Betriebliche Suchtprävention ist notwendig

Den Auszubildenden sollte im Rahmen betrieblicher Suchtprävention Grundwissen zu den Risiken des Konsums psychoaktiver Substanzen und zum Erkennen von typischen Verhaltensweisen Süchtiger vermittelt werden. Die Reflexion des eigenen Konsumverhaltens kann die persönliche Kompetenz stärken und einen verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln fördern.

Für Meister und Ausbilder ist das Thema Suchtprävention bei Auszubildenden häufig mit großen Unsicherheiten verbunden. Insbesondere den älteren Ausbildern fehlt der Kontakt zur Jugendkultur. So können die Anzeichen und Auffälligkeiten für Drogenkonsum nicht richtig interpretiert werden. Häufig steht am Anfang einer betriebliche Suchtprävention für Auszubildende die Frage: “Wie kann ich Drogenkonsum bei Jugendlichen erkennen?”

Durch die Vorträge zur betrieblichen Suchtprävention für Auszubildende von Mathias Wald konnte bei einer Vielzahl der Teilnehmenden ein reflektierter Wissenszuwachs und längerfristige Einstellungsänderungen festgestellt werden. Betriebe und Auszubildende profitieren von seinen persönlichen und anschaulichen Erfahrungsberichten und stärken die eigene Kompetenz zur Suchtprävention bei Auszubildenden.