Gute Suchtprävention in der Schule: Beziehungsebene und Rituale in der Schule und Zuhause

Alle Formen des gemeinsamen Lebens, in Schule, Familie, Verein oder Freundeskreis, basieren auf Beziehungsebenen, die die Teilnehmer zueinander aufbauen. Und diese Beziehungen orientieren sich an Werten: Gebe und erhalte ich Vertrauen, Wertschätzung, Sympathie, Ehrlichkeit u.v.m.

Im Besonderen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zur Suchtprävention in der Schule ist eine Erfahrung bestimmend: Es darf nur erwartet werden, was auch gegeben wird.

Zu erwarten, dass Kinder respektvoll sind, wenn Erwachsene es nicht sind, verletzt die Beziehungsebene. Gleiches gilt für alle anderen Werte wie Ehrlichkeit, Wertschätzung und was auch immer wichtig erscheint.

Dieser Punkt ist entscheidend, denn in vielen Fällen wird Beziehungsebene gegen Machtebene vertauscht. Was erzeugt wird ist ein Machtgefälle, das zwangläufig Ohnmacht, Entmutigung, Angst und vielleicht auch Selbstzweifel hinterlässt. Eltern wie Lehrkräfte haben die Aufgabe, Kinder zu erhöhen und auf die nächste Stufe zu bringen, indem sie Kindern gleiche Ansprüche auf der Beziehungsebene zugestehen. Wenn ich von anderen Ehrlichkeit erwarte, kann das auch von mir erwartet werden. Denn damit erlebt die oder der andere selbst eine Stärkung des Wertes in unserer Beziehung. Das Selbstwertgefühl in unserer Beziehungsebene wächst.

Rituale bieten Momente, die Beziehungsebenen zu verdeutlichen und zu verstetigen. Welche Rituale für Klassen in Frage kommen hängt immer vom Alter, Verhalten oder der Klassenzusammensetzung ab. Nicht jedes Ritual ist wirklich immer sinnvoll. Lehrkräfte können situativ entscheiden, welche aufgeführten Riten in ihrem Unterricht umsetzbar sind.

• Begrüßungsrituale wie Lieder, Gebet, Tagesspruch

• Verabschiedungsrituale wie das Beste des Tages

• Tages- oder Wochenplan zur Aufgabenverteilung, besondere Leistungen, Lob und Kritik

• Klassenregeln

• Kummerkasten für Streit und Ärger, Wünsche

• Geburtstage

Gerade wenn bei Kindern und Jugendlichen bei der Suchtprävention in der Schule das eigene Selbstbild noch unsicher ist oder wenn im sozialen Umfeld Veränderungen, Unsicherheiten oder Brüche vorkommen, bieten Strukturen und Ordnung Haltepunkte, die unerschütterlich sind und an denen sich alles ein Stück weit ausrichten kann.